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Familien­unternehmen sind hoch im Kurs

Inhabergeführte Unternehmen gelten als attraktive Arbeitgeber

Familienunternehmen sind nicht wegzudenken aus der Schweizer Volkswirtschaft. Rund 85% aller Firmen hierzulande gelten als inhabergeführt. Wir sind der Frage nachgegangen, was sie so attraktiv macht als Arbeitgeber. Hierzu haben wir Kandidatinnen und Kandidaten, mit denen wir im Rahmen von Rekrutierungsprozessen in Kontakt stehen, zu diesem Thema befragt. Die Gründe, die aus deren Sicht für eine Anstellung in einem Familienunternehmen sprechen sowie unsere persönlichen Erfahrungen mit Familienunternehmen möchten wir nachfolgend gerne mit Ihnen teilen.

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Photo von Jon Tyson, unsplash

Vielfältige Herausforderungen

Die heutige Unternehmenswelt befindet sich in ständigem Wandel und ist geprägt von Reorganisa-tionen, Übernahmen etc. Hinzu kommen Themen wie der Einfluss von künstlicher Intelligenz, New Work, Fachkräftemangel – um nur einige zu nennen – mit denen sich die Unternehmen auseinander-setzen und zeitnah reagieren bzw. agieren müssen. Um den letztgenannten Punkten wirkungsvoll entgegentreten zu können, muss jedes Unternehmen über eine zukunftsweisende HR-Strategie in diesen Bereichen verfügen. Auch in Zukunft bestqualifizierte Mitarbeitende mit spezifischem Fachwissen zu gewinnen, wird zunehmend anspruchsvoller und eine der grössten Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt. Familienunternehmen gewinnen in diesen bewegten und unsicheren Zeiten aus Kandidatensicht vor allem aufgrund der nachfolgend aufgeführten Kriterien zunehmend an Attraktivität.

Langfristig orientiertes Denken und Wirtschaften 

Nicht börsenkotierte Familienunternehmen im KMU-Umfeld stehen in der Regel für eine langfristig ausgerichtete Unternehmensstrategie, hohe Eigenkapitalquote und ein klares Wertegerüst. Dank der hohen Eigenkapitalquoten sind sie weniger auf externe Kreditgeber angewiesen und in ihrer Entscheidungsfindung selbstbestimmter. Sie können daher in und nach Krisenzeiten wieder schneller in Innovationen investieren. Das sichert nachhaltiges Wachstum. Selbst bei einer Kotierung an der Börse sind inhabergeführte Familienunternehmen tendenziell weniger stark quartalsgetrieben als Grosskonzerne. In wirtschaftlich turbulenten Zeiten werden Kontinuität und Stabilität zu noch wichtigeren Entscheidungskriterien bei der Wahl des künftigen Arbeitgebers. Meist sind es die Inhaber, die über Generationen hinweg die Unternehmensgeschichte geprägt haben und mit viel Herzblut und Einsatz, aber auch mit der nötigen Weitsicht, den herausfordernden Spagat zwischen Tradition und Innovation pragmatisch und erfolgreich meistern. Derartige Verhaltens- und Vorgehensweisen stehen heute auf Arbeitnehmerseite hoch im Kurs, da sie eng mit der Überlegung der Arbeitsplatzsicherheit verknüpft sind.

Nachhaltigkeit 

Das Thema Nachhaltigkeit nimmt ebenfalls einen hohen Stellenwert – Tendenz steigend – beim Entscheid für oder gegen einen Arbeitgeber ein. Familienunternehmen denken generationen-übergreifend und legen in der Regel Wert auf nachhaltiges Wirtschaften. Eine kontinuierliche Geschäftspolitik, kurze Entscheidungswege und ein sinnvoller Ressourceneinsatz sind von grosser Bedeutung. Ein CEO bleibt im Schnitt sechs bis neun Jahre, in Nicht-Familienunternehmen liegt die Verweildauer oftmals nur bei vier oder weniger Jahren. Die Resultate einer kontinuierlichen Unternehmensführung kommen unter anderem in einer hohen Produktqualität und einer starken Kundenbindung zum Ausdruck, was sich wiederum positiv auf die Geschäftsentwicklung auswirkt. 

Wertschätzung

Wertschätzung im Arbeitsalltag kommt gemäss zahlreichen Rückmeldungen von Kandidatinnen und Kandidaten leider immer noch viel zu selten zum Ausdruck. Umso mehr wird es geschätzt, wenn Offenheit gegenüber neuen Ideen besteht, ein Lob ausgesprochen oder die Weiterentwicklung der Mitarbeitenden gefördert wird. Dies zeugt von Interesse und das ist, was die Mitarbeitenden spüren möchten. Nur durch einen engagiert geführten Dialog und regelmässiges Feedback können sich ein Unternehmen und seine Mitarbeitenden kontinuierlich weiterentwickeln. In diesem Punkt schneiden Familienunternehmen gut ab, was sich in der längeren Verweildauer der Mitarbeitenden im Betrieb widerspiegelt. Nicht selten finden in Familienunternehmen 10- und 20-jährige Jubiläen statt, an denen die Mitarbeitenden entsprechend gewürdigt werden. Hier zeigt sich zudem, dass auch alt gediente Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach wie vor gefragt sind. In der DNA von Familien-unternehmen ist ein wertschätzender Umgang meistens fest verankert. Dies kommt in vielerlei Form zum Ausdruck und beschränkt sich nicht auf rein monetäre Aspekte.

Sorgfältig durchgeführte Rekrutierungsprozesse

In der Zusammenarbeit mit Familienunternehmen stellen wir fest, dass Rekrutierungsprozesse sehr sorgfältig durchgeführt werden. Dies wird uns auch von Bewerberseite regelmässig bestätigt. Im Vorfeld einer Stellenbesetzung, ob es sich um eine neu geschaffene oder wieder zu besetzende Position handelt, wird zunächst geprüft, ob es einen valablen internen Nachfolger oder eine Nachfolgerin gibt. Ist dies nicht der Fall, wird detailliert erarbeitet, welchen Anforderungen der/die WunschkandidatIn entsprechen soll. Hierzu ist im Briefing auch oftmals unsere Expertise gefragt. Es entsteht ein umfassendes und klares Bild von den Herausforderungen und der Position und der gesuchten Persönlichkeit. Die Identifikation der passenden Kandidatinnen und Kandidaten ist dadurch wesentlich zielführender. Im Rahmen der Kandidatenpräsentation stellen wir zudem fest, dass die Gesprächspartner auf Unternehmensseite gut vorbereitet zu den Interviews erscheinen, dem Kandidaten/der Kandidatin ihre volle Aufmerksamkeit widmen und sich ausreichend Zeit für die Gespräche nehmen. Was eigentlich der Normalfall sein sollte, ist – sehr zu unserem Bedauern – leider nicht immer anzutreffen. Diesbezüglich haben wir schon Vieles in Interviews gesehen: Vom angeregten Tippen auf dem Smartphone bis zum konzentrierten Arbeiten am Laptop oder einem «Hereinschneien» und schon wieder weg sein vom künftigen Vorgesetzten. Hier sollte grundsätzlich auf Arbeitgeber- wie auch Bewerberseite gelten: «you never get a second chance to make a first impression». 

Rasche Reaktionszeiten

Während sich Rekrutierungsprozesse bei Grossunternehmen über Monate hinziehen können, sind Familienunternehmen im Normalfall schneller unterwegs und reagieren zeitnah. Das manchmal so wichtige Momentum bei Stellenbesetzungen bleibt dadurch über den gesamten Rekrutierungsprozess erhalten. Ein zügiges Voranschreiten führt bei potentiellen Kandidatinnen und Kandidaten selbst bei einer späteren Absage zu einer positiven Wahrnehmung des Unternehmens hinsichtlich effizienter Prozesse und transparenter Kommunikation. Das Ziel von erfolgreichem Employer Branding ist damit erreicht.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit

Was die Zusammenarbeit mit Familienunternehmen aus unserer Sicht zusätzlich sehr erfreulich gestaltet, ist die Tatsache, dass meistens ein partnerschaftliches Miteinander gepflegt wird. Ist das Vertrauen erst einmal gewonnen, sind inhabergeführte Unternehmen bei erfolgreich durchgeführten Stellenbesetzungen, meist sehr loyal. Wir wiederum lernen mit jeder neuen Suche das Unternehmen und seine Kultur noch besser kennen und können so einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Stellenbesetzung leisten.

Risiken und Ausblick

Bei allen genannten Vorzügen von Familienunternehmen sollen aber auch Risiken nicht unerwähnt bleiben. So kann es zu Konflikten im Kreise der Eigentümer kommen und private Familienbegeben-heiten ins Unternehmen hineinspielen und dieses belasten. Auch ungeklärte Nachfolge-regelungen oder bevorstehende Generationswechsel können Unsicherheiten mit sich bringen. Nichtsdestotrotz stehen inhabergeführte Familienunternehmen bei Stellensuchenden hoch im Kurs – Tendenz steigend.

Wenn Sie zum Thema Familienunternehmen und/oder Nachfolgelösungen in inhabergeführten Unternehmen mit uns diskutieren möchten, kontaktieren Sie uns auf 044 250 88 66 oder s.byland@ema-partners.ch.